Fachkräftemangel – was tun, Mittelständler?

Zunehmend wird „Fachkräftemangel“ zum Reizwort im unternehmerischen Mittelstand. Besonders dann, wenn die Chefs kleiner und mittlerer Unternehmen erkennen müssen, dass sie im verschärften Wettbewerb um das knapper werdende Arbeitskräftepotenzial nicht die „besten Karten“ in ihren Händen halten. Diesem Dilemma folgt oft ein erheblicher Schaden, wenn die vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen nicht umhin kommen, lukrative Aufträge abzulehnen, weil ihnen qualifiziertes Personal zur Auftragsabwicklung fehlt. Klar, ein Anwerben ausländischer Fachkräfte könnte ein Weg sein, um das Problem zu lindern oder gar zu lösen. Doch, dieser Weg dürfte wohl nur für eine Minderheit kleiner und mittlerer Unternehmen gangbar sein (s. Ernst & Young „Mittelstandsbarometer“, Sommer 2011; www.dub.de/news). Was also tun, Mittelständler? Hierzu mein Standpunkt:

Gern stimme ich dem Wirtschaftswissenschaftler H. Simon zu, wenn er feststellt, „dass zu wenige Leute in technische Berufe gehen – sei es an der Uni oder auf der Facharbeiterebene – ist ein Riesenthema“ (www.dub.de/news). Dieses Thema liegt ja wohl nicht auf dem Tisch der Mittelständler. Hier ist die „große Politik“ gefragt. Doch zwei andere Themen sollten die Chefs kleiner und mittlerer Unternehmen verstärkt aufgreifen.

Einerseits sollten sie verhindern, dass gute Leute abwandern. Klar, Geld ist nun mal wichtig! Doch Geld ist ja nicht alles! Vielleicht fehlt es – oft unbemerkt – an einer Unternehmenskultur, die auf Werten basiert, mit denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter identifizieren können. Für viele Leute ist „ihr“ Unternehmen ein Stück „Heimat“. Das damit verbundene „Wir“-Gefühl, das emotional zusammenschweißt, prägt die nachhaltige Bindung an das Unternehmen – trotz des Normalbudgets im Mittelstand. Doch, ich möchte nicht blauäugig erscheinen. So oder so: Legionäre ziehen weiter, wenn das Geld lockt.

Und andererseits sollten die Chefs dafür sorgen, dass ihre Unternehmen als attraktive Arbeitgeber der Region von bodenständigen Talenten, z. B. Absolventen, wahrgenommen werden. Hierbei denke ich an eine Zusammenarbeit der Mittelständler mit Schulen, Gymnasien, Fachhochschulen und Universitäten der Gegend. Das Bereitstellen von Praktikumsplätzen, die Mitwirkung bei der Vergabe von Abschlussarbeiten etc. sind hier wichtige unternehmerische Aktivitäten.

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