Gestalten und erhalten Sie Ihr Unternehmen zukunftsfähig: Führen Sie von der Zukunft her!

Teil 22 der Reihe „Führungskompetenz im Mittelstand“
von Dr. oec. habil. Jörg Schumann

In der gegenwärtigen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs steht die strategische Frage nach dem „Wie weiter, Unternehmensführung?“ zunehmend auf der Tagesordnung mittelständischer Unternehmen. „Weiter wir bisher! Wir setzen auf Erfahrung“, verkünden die einen. „Mut zum Aufbruch! Wir setzen auf Erneuerung“, entgegnen die anderen. Und so stehen sich oft als scheinbarer Widerspruch die Erfahrung und die Erneuerung gegenüber. Doch: Für das Gestalten einer erstrebenswerten Zukunft Ihrer Unternehmen benötigen Sie, meine Damen und Herren, beides – Erfahrung und Erneuerung.

Allein mit Erfahrung können Sie keine Zukunft gestalten, in der neue unternehmerische Spielregeln gelten!

Erfahrung basiert auf Vergangenem: Wir schauen in den Rückspiegel der Zeit und reflektieren die unter bestimmten Rahmenbedingungen mehr oder weniger erfolgreich angewendeten Denk-, Handlungs- und Verhaltensmuster. Somit steht die Frage, was Erfahrung wert ist, wenn sich die Rahmenbedingungen, also auch die Spielregeln unternehmerischer Aktivitäten, geändert haben. Meine Erkenntnis dazu lautet: Allein mit Erfahrung können Sie keine Zukunft gestalten, in der neue unternehmerische Spielregeln gelten! Vielmehr sollten Sie Erfahrung in einen Rahmen neuer bzw. erneuerter Denk-, Handlungs- und Verhaltensmuster konstruktiv einbringen. In diesem Sinne hat Bewährtes in Zukünftigem eine hervorragende Chance.

Und allein mit Erneuerung dürften Sie schnell die Bodenhaftung verlieren und „abheben“.

Ein Erneuern ist gut und richtig, solange wir dabei den Boden unter den Füßen nicht verlieren und „abheben“. Das „Abheben“ bringt uns schnell in die Nähe jener, welchen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt empfahl: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ (s. Spiegel 44/2002). Ich bin mir sehr sicher, dass der durch seine Treffsicherheit bestechende Altkanzler sehr wohl zwischen „am Boden haftenden“ Visionären und „abgehobenen“ Träumern und Spinner zu unterscheiden wusste und weiß. Und gewiss hat der geschätzte Politiker auch erkannt, dass die Aktivitäten der bodenständigen Pragmatiker ohne weiter reichende Perspektive oft in der Routine des Tagesgeschäfts verkümmern und vertrocknen.

Ergo: Sie benötigen ein Führungskonzept, das zusammenführt, was zusammengehört, nämlich: strategische Erneuerung und konstruktive Erfahrung. Dieser Gedanke hat mein Führungsverständnis nachhaltig geprägt:

Ein Unternehmen zukunftsfähig zu gestalten und zu erhalten erfordert, es von der Zukunft her zu führen! Nicht von irgendeiner, sondern von einer Zukunft her, die vorstellbar, erstrebenswert und in eigener Regie gestaltbar ist.

Aus diesem Verständnis heraus habe ich ein Führungskonzept entwickelt, das meinem Buch „Führungswechsel“ (BoD, 2010) und meinem Workshop „Das Unternehmen von der Zukunft her führen“ zugrunde liegt: Ausgehend von der gedanklichen Vorwegnahme einer erstrebenswerten Unternehmenszukunft (= Vision, Ziele), über das Festlegen der Wege zur Zielerreichung (= Strategie) sowie das Bekunden der im Unternehmen zu lebenden Werte und Verhaltensmuster (= Leitbild) bis zum Steuern der Zielerreichung im operativen Tagesgeschäft (= Erfolgscontrolling) –, so die Schrittfolge.

Mit beiden neuen Produkten möchte ich einen Beitrag leisten, um die Entscheidungs- und Verantwortungsträger im Mittelstand zu befähigen, a) ihre Führungskompetenz auf die Zukunft auszurichten, d. h. mehr am Unternehmen (= Die Zukunft gestalten) als im Unternehmen (= Das Tagesgeschäft managen) zu arbeiten, b) eine erstrebenswerte Unternehmenszukunft zu entwerfen, d. h. eine Vision, eine Strategie und ein Leitbild zu entwickeln und c) den Zukunftsentwurf im Tagesgeschäft zu verwirklichen, d. h. das Erreichen der Unternehmensziele mittels innovativer Leistungskennzahlen zu messen, zu bewerten und zu steuern.

Wie sehen Sie das?

Bitte schreiben Sie mir.

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