Licht vom M-Leuchtturm

Wirtschaft & Markt. Das ostdeutsche Wirtschaftsmagazin, 06/06
Ein neuer Begriff ist aufgetaucht im Wirtschaftsleben:
M-Leuchttürme helfen den Steuerleuten durch schwierige See, meint der Wortschöpfer.

Der Vergleich, den der Leipziger Consulter Jörg Schumann anstellt, ist verblüffend: Lufthansa, BASF, Deutsche Bank, MAN und TUI beschäftigten im Jahr 2004 zusammengenommen 357.020 Mitarbeiter. Die 2.992 kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland, die in den Jahren 2004 und 2005 zur Auszeichnung mit dem Großen Preis des Mittelstandes nominiert waren, brachten es fast auf die gleiche Anzahl: 356.364 Beschäftigte. Mit einem gravierenden Unterschied: Während die Kleinen 24.839 neue Arbeitsplätze schufen, bauten die fünf Großen 19.482 Arbeitsplätze ab.

Grund genug für Schumann, ein höchst anspornendes Buch zu schreiben: ein Lehr- und Lesestück über das Abenteuer Unternehmensführung, über den Mut zum Aufbruch im deutschen Mittelstand. Sein zentrales Anliegen ist die Vorführung der von ihm so genannten M-Leuchttürme – Unternehmen mit den richtigen Erfolgsstrategien.
Das ist keine Lektüre für den Gebrauch an jener Klagemauer, wo andere Autoren so gern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Sündenbock für alle Fehlschläge erklären.

Schumann spricht von Unternehmern und Unterlassern, von Spitzen-, Standard- und Minderleistern. Er teilt Erfahrungen mit, die er selbst jahrelang als Berater in der krisengeschüttelten mittelständischen Wirtschaft des Ostens gemacht hat.
Das 208-Seiten-Werk ist selbst eine Innovation. Zum ersten Mal hat ein Mann vom Fach die Courage, seinen Stoff nicht nur sachlich übersichtlich auszubreiten, sondern auch mit der literarischen Form des Dialogs aufzulockern. pj

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