Weitblick und Zukunftsgestaltung

Teil 1 der Reihe “Führungskompetenz im Mittelstand”

Von Dr. oec. habil. Jörg Schumann; Ausgabe 1/2007 P.T. Magazin

Erfolgreiche Mittelständler meistern beides: Sie managen das operative Tagesgeschäft. Und sie gestalten die Zukunft für ihre Unternehmen mit Optimismus, Weitblick, Mut und Menschlichkeit. Diese Unternehmer sind Vorbilder. Ihre Unternehmen sind „Leuchttürme des Mittelstands“. Die prägendeUnternehmerpersönlichkeit und der nachhaltige Unternehmenserfolg stehen hier in kausalem Wirkungszusammenhang. Er basiert auf der Spezifik der Inhaberführung im Mittelstand, nämlich der Einheit von Eigentum und Führung, von Entscheidung und Verantwortung.

Beim Verwirklichen dieser Einheit scheiden sich allerdings die Geister! Viel zu oft höre ich mit Bezug auf Zeit und Budget, sogar von gestandenen Mittelständlern, die Meinung, nur „eins“ richtig tun zu können: Entweder Tagesgeschäft oder Zukunftsgestaltung! Diese Position, verbunden mit der Einstellung, dass sich den Blick in eine erstrebenswerte Zukunft bestenfalls Großunternehmen und Konzerne leisten können, halte ich für höchst problematisch.

Gingen doch in den letzten 5 Jahren in Deutschland durchschnittlich etwa 37.000 Unternehmen jährlich Pleite. Rund 50 % davon gehörten der Eigentumsform „GmbH“ an. Da eine GmbH in der Regel inhabergeführt ist, steht die Frage, inwieweit die Motive, Einstellungen sowie Denk- und Handlungsmuster der Firmenchefs den Unternehmenserfolg oder Misserfolg maßgeblich bestimmen.

Unstittig, härter gewordener Wettbewerb, stagnierende und gesättigte Absatzmärkte, rapider Preisverfall, schlechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen etc. sind wesentliche Insolvenzursachen. Sich auf diese externen Ursachen bestmöglich einzustellen und die richtigen Antworten zu finden, ist die aktuelle Herausforderung der Inhaberführung.

Doch, was ist mit den internen Ursachen? Im Sinne eines Tabubruchs lautet meine Antwort:Firmenpleiten sind teilweise auch „hausgemacht“! Die verschärften Wettbewerbsbedingungenwerden von nicht wenigen Chefs als „platt machende“ Bedrohung empfunden und nicht als unternehmerische Herausforderung behandelt. Erforderliche Führungsentscheidungen bleiben des Öfteren aus oder zielen gar in die falsche Richtung. Kurzfristiges Gewinnstreben als Motiv, ausschließliche Orientierung auf das Tagesgeschäft und fehlender oder getrübter unternehmerischer Weitblick bestimmen das Denken und Handeln nicht weniger Firmenchefs. All das hat negative Auswirkungen auf einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Doch, das Positive im Mittelstand überwiegt deutlich! So besagt eine von der PricewaterhouseCoopers AG im Juli 2006 vorgelegte Studie, dass 76 % der befragten inhabergeführten Unternehmen, speziellFamilienunternehmen, der Meinung sind, dass die strategische Neuausrichtung der Unternehmen die beste Antwort auf die aktuellen Herausforderungen, speziell zum Merkmal „Unternehmenswachstum“, sei.

Also: Strategische (Neu)Ausrichtung ist gefragt! Sie braucht Orientierung, braucht Blick für das Wesentliche!

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