Buch: „Authentisch leben. Erfolg in zwei unterschiedlichen Wirtschaftssytemen“

Authentisch leben Buchcover

Autor: Jörg Schumann
Herstellung/Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt 2014
ISBN 978-3-7357-1248-6. 176 Seiten, Hardcover. 19.90 Euro inkl. 7 % MwSt.

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Inhalt des Buchs

Spieglein, Spieglein an der Wand
Schwer erziehbar: Ab ins Kinderheim
Als Halbstarker unterwegs
Wehrdienst und Stasi-Bespitzelung
Nach dem Studium: Die Katze im Sack gekauft
Berufliche Neuorientierung: Start bei Robotron
Aufstieg in der Leitungshierarchie
Durchleuchtet: OPK „Doktor“
Vertrauensverlust: Rücktritt als Fachdirektor
Start-up: Gründung der Instruct GmbH
Philomena: Mein Engel von München
Einstieg in Leipzig: Geförderte Weiterbildung
Gewählt: Vorstand Unternehmerverband Sachsen e. V
Strategische Neuausrichtung: Training, Beratung, Coaching
Mut zu Spitzenleistungen: Auf dem Weg zu „Business Excellence“
Freiberufler: Managementtrainer, Unternehmensberater, Führungscoach
Meine Coaching-Projekte im Mittelstand: Top oder Flop?
Jenseits der Erwerbsarbeit: Interviews, Artikelserien, Wirtschaftsbücher
Leben in Balance: Erika, Kinder, Freunde, Yara, Sport
„Schlagi“: Der große schwarze Vogel auf meiner rechten Schulter

Spieglein, Spieglein an der Wand

Zugegeben: Hin und wieder führe ich gern Selbstgespräche. Dabei weiß ich sehr wohl, dass ein gutes Gespräch einen guten Gesprächspartner erfordert. Also versuche ich einfach ´mal, mit mir selbst ins Gespräch zu kommen. Möge es gelingen.

Angenommen, ich schaue im Alter von 75+ [Jahren] in den Rückspiegel des Lebens und frage mein Spiegelbild nach einem Wort, das mein Leben treffend beschreibt. Das Spiegelbild ist mir wohlgesonnen. Seine freundliche und entgegenkommende Antwort lautet: „Authentizität“.

„Was genau meinst Du damit?“ –, frage ich interessiert.

„Nun, Jörg, Du lebtest und lebst authentisch. Trotz zweier unterschiedlicher Wirtschaftssysteme, die Dein Leben stark beeinflusst haben, hast Du Dein eigenes Ich bewahrt –, hast Dich in den verschiedensten Lebenslagen weder überhöht, noch erniedrigt und schon gar nicht verbogen. Mit dieser starken Eigenprägung bist Du einen Weg gegangen, der steinig und uneben war. Nie fiel Dir etwas in den Schoß. Alles musstest Du Dir hart erarbeiten. Dennoch – oder gerade deshalb – erzieltest Du in beiden Wirtschaftssystemen beachtliche berufliche Erfolge. Gleichwohl musstest Du lernen, mit bitteren persönlichen Niederlagen umzugehen.“

„Willst Du mir etwa schmeicheln“? Das Gesagte klang mir zu positiv. Ich meldete Zweifel an.

Doch das Spiegelbild verstärkte seine Sicht: „Nein keinesfalls! Du gehörst zu jenen Menschen, welche es nicht nötig haben zu lügen, um etwas zu erreichen, die keine feigen Ausreden verwenden, um etwas nicht tun zu müssen, sondern die vielmehr ihre Stärken vor allem in sich selbst suchen und finden. Eine Wirbelsäule hat jeder Mensch, aber ein Rückgrat haben nur wenige. Du hast eines!“

„Nun gut, sei es so. Doch, wo Licht ist, da ist auch Schatten. Wie siehst Du denn das“? –, fasste ich nach.

Prompt änderte das Spiegelbild seine Sicht. Feindlich und ablehnend antwortet es: „Jörg, Du verkörperst nahezu idealtypisch das Sprichwort „Fett schwimmt immer oben“ –, was heißen soll, dass es Typen wie Dir immer wieder gelingt, sich – mit welchen Mitteln auch immer – in eine gehobene Position zu bringen. Und genau dafür hast Du Dein Fähnchen in den Wind gehängt –, hast Dein Denken, Handeln und Verhalten dem jeweiligen Wirtschaftssystem angepasst. Kurzum: Du bist ein Opportunist!“

Soviel zum Dialog mit meinem Spiegelbild.

In der Tat: Ich habe sie zur Genüge kennen gelernt –, sowohl die positive als auch die negative Sicht. Beide Perspektiven hängen wohl weniger vom Original – in diesem Fall von mir – ab, sondern vielmehr davon, wie das Gegenüber das Original sieht oder sehen will.

Den Gedanken der beiden Sichten möchte ich aufgreifen und mich dabei auf den großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe beziehen. Er lässt Mephistopheles zu Faust sagen:

„Setz’ dir Perücken auf von Millionen Locken,
Setz’ deinen Fuß auf ellenhohe Socken,
Du bleibst doch immer, was du bist“.

Der „Dichterfürst“ möge mir gestatten, dem Satz „Du bleibst doch immer, was du bist“ einen Halbsatz zuzufügen, nämlich „…, wenn du dich änderst“.

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ –, dieses Sprichwort beschreibt den Sachverhalt treffend. Und Hermann Hesse ergänzt: „Bleib, wie du bist, und ändere dich“.

Mit dieser Ergänzung charakterisiert Hesse jene Menschen, welche sich im Kern treu bleiben, welche ehrlich „ihren Mann“ stehen, sich dabei jedoch ständig weiterentwickeln und positiv verändern.

Hierbei das rechte Maß zu finden, ist eine Herausforderung, die sich all jenen stellt, welche in einem von Wandel und Erneuerung geprägten Umfeld nicht nur überleben, sondern auch angemessen leben wollen. Zu diesen Menschen gehöre ich auch.

Schwer erziehbar: Ab ins Kinderheim

Als einziger Sohn meiner allein erziehenden Mutter, Annemarie Schumann, Verwaltungsangestellte, wurde ich am 10. Oktober 1938 in Leipzig geboren. Die Familie meiner Mutter lebte in bürgerlichen Verhältnissen. Mein Großvater, Adolph Schumann, betrieb eine kleine Verlagsbuchhandlung. Mein Vater (= Erzeuger), Gerhard Keller, spielte in meinem Leben keine nennenswerte Rolle.

Im September 1944 wurde ich, als noch Fünfjähriger, eingeschult. Gut erinnere ich mich daran, dass der tägliche Unterricht mit einem Gebet begann: „Lieber Gott, beschütz´ mit starker Hand unsern Führer und das Vaterland!“. Anschließend fragte der Lehrer ziemlich unvermittelt, ob wir die von ihm gewünschten Kartoffelschalen mitgebracht haben, mit denen er seine Kaninchen füttern wollte.

Ja, das Zusammenspiel von „großer“ und „kleiner“ Politik war mir schon als Erstklässler bekannt.

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